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Kinderlebensmittel und Süßigkeiten in der Kinderernährung

Wie gehe ich mit Süssigkeiten in der Kindererziehung um?

 

Das ist eine häufige Frage, die ich von anderen Eltern gestellt bekomme und die mich selbst täglich beschäftigt.

Im Endeffekt weiß ich ja, das Kinder einen guten Sinn dafür haben was Ihnen gut tut und was nicht. Nur leider wird diese Selbststeuerung durch unsere Schlaraffenland stark manipuliert. Wir sind nun einmal nicht mehr von ausschließlich natürlichen Lebensmitteln umgeben.

 

Hinzu kommt, dass die meisten beworbenen "Kinderprodukte" gar keine Lebensmittel, sondern auch Süssigkeiten sind. So z.B. Frühstücksflakes und Getränke.

 

Die Vorliebe für den süßen Geschmack ist bei Kindern ganz normal, denn auch die Muttermilch schmeckt süß. Auf der anderen Seite sollte aber der richtige Umgang mit "süßem und salzigen Extras" gelernt werden. Die Kinder werden älter und wir haben dann weniger Einfluss auf die Lebensmittel, die über den Tag frei zur Verfügung stehen.

Die Herausforderung ist, den Geschmack von Anfang an nicht auf übermäßig süß zu prägen. Süßigkeiten sollten auch so spät wie möglich Einzug in die Kinderernährung erhalten.

Süßes und Salziges bei Betteleien der Kinder aber komplett zu verbieten macht diese Extras meist interessanter und das Verlangen noch größer. 

Hier ein paar Tipps:

 

  •  Die eigene Kinderhand ist das Maß für eine geduldete Portion am Tag.
  •  Führen Sie feste Naschzeiten ein. ( z.B. nach dem Mittagessen oder am Nachmittag)
  •  Bei dieser Naschportion darf das Kind dann selbst auswählen, was es mag.
  •  Das Extra sollte im Sitzen bewusst und langsam genossen werden.
  •  Nicht vor dem Essen und mit Hunger naschen.
  •  Nicht unbewusst, nebenher oder vor dem Fernseher naschen lassen.
  •  Ältere Kinder fühlen sich oft bevormundet, wenn sie ihre Süßigkeiten eingeteilt  bekommen. Hier können Vereinbarungen getroffen werden und das Kind sollte bestärkt werden, seine Süßigkeiten sinnvoll selbst einzuteilen.
  • Die Süßigkeiten nicht als besonders lecker bewerben.
  • Möglichst keine Gefühle mit Süßigkeiten verknüpfen: Also keine Süßigkeiten zum Trost, gegen Langeweile oder als Belohnung einsetzen.

 

Und zu guter letzt, so schwer es auch oft ist ;-), Sie selbst als Vorbild und somit das tägliche Umfeld sind entscheidend.

Ich finde es besonders wichtig in den ersten Jahren das Umfeld so gestalten, dass gesunde Ernährung leicht fällt und attraktiv ist. Das hat auch den erleichternden Nebeneffekt, dass wir nicht ständig bevormunden müssen. Essen sollte nicht aus  Zwang und Verboten bestehen.

So haben wir den Einfluss unser Kind zu prägen, damit es später bewusst und gut entscheiden kann.

Und nicht vergessen: Essen gehört zur Lebensfreude. Viel Spaß beim Genießen mit Ihren Kindern!

Quellen:

Gemeinsame Pressmeldung von Deutscher Adipositas Gesellschaft, Deutscher Diabetes Gesellschaft, diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe und foodwatch:Verbraucherschutz. Kritik an Marketing für Kinderlebensmittel. Ernährungs Umschau, Ausgabe 10/2015, S. M 566

aid infodienst, Hrsg.: Das beste Essen für Kinder. Empfehlungen für die Ernährung von Kindern. Moeker Merkur Druck GmbH & Co. KG, 2. veränderte Auflage 2011, S. 28-29


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