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Kinderlebensmittel und Süßigkeiten in der Kinderernährung

Wie gehe ich mit Süssigkeiten um?

Das ist eine häufige Frage, die ich von anderen Eltern gestellt bekomme.

Ein nicht leicht einzuschätzendes Thema. Gerade gestern habe ich in der aktuellen Ernährungs Umschau und Wirtschaftswoche gelesen, dass von den Herstellern fast nur ungesunde Kinderlebensmittel beworben werden. Und das, trotz der seit 2007 bestehenden Selbstbeschränkung der Lebensmittelindustrie. Das Motto dabei war, dass auschließlich Kinderlebensmittel mit bestimmten Nährstoffanforderungen an Kinder unter zwölf Jahren beworben werden dürfen.

Die meisten dieser "Kinderprodukte" sind leider gar keine Lebensmittel, sondern Süssigkeiten.

Das gilt teilweise auch für beworbene Frühstücksflakes und Getränke.

Hier besteht dann die erste Schwierigkeit für Eltern herauszufinden, was sind Süssigkeiten und was nicht.

 

Die Vorliebe für den süßen Geschmack ist bei Kindern ganz normal, denn auch die Muttermilch schmeckt süß. Auf der anderen Seite sollte aber der richtige Umgang mit "süßem und salzigen Extras" gelernt werden. Die Kinder werden älter und wir haben dann weniger Einfluss auf die Lebensmittel, die über den Tag zur Verfügung stehen. Die Geschmacksprägung sollte von Anfang an nicht auf übermäßig süß statt finden und Süßigkeiten sollten auch so spät wie möglich Einzug in die Kinderernährung erhalten.

Süßes und Salziges bei Betteleien der Kinder aber komplett zu verbieten macht diese Extras meist interessanter und das Verlangen noch größer. 

Hier ein paar Tipps:

 

  •  Die eigene Kinderhand ist das Maß für eine geduldete Portion am Tag.
  •  Führen Sie feste Naschzeiten ein. ( z.B. nach dem Mittagessen oder am Nachmittag)
  •  Bei dieser Naschportion darf das Kind dann selbst auswählen, was es mag.
  •  Das Extra sollte im Sitzen bewusst und langsam genossen werden.
  •  Nicht vor dem Essen und mit Hunger naschen.
  •  Nicht unbewusst, nebenher oder vor dem Fernseher naschen lassen.
  •  Ältere Kinder fühlen sich oft bevormundet, wenn sie ihre Süßigkeiten eingeteilt  bekommen. Hier können Vereinbarungen getroffen werden und das Kind sollte bestärkt werden, seine Süßigkeiten sinnvoll selbst einzuteilen.
  • Die Süßigkeiten nicht als besonders lecker bewerben.
  • Möglichst keine Gefühle mit Süßigkeiten verknüpfen: Also keine Süßigkeiten zum Trost, gegen Langeweile oder als Belohnung einsetzen.

 

Und zu guter letzt, so schwer es auch oft ist ;-), das eigene Vorbild ist auch hier entscheidend.

Quellen:

Gemeinsame Pressmeldung von Deutscher Adipositas Gesellschaft, Deutscher Diabetes Gesellschaft, diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe und foodwatch:Verbraucherschutz. Kritik an Marketing für Kinderlebensmittel. Ernährungs Umschau, Ausgabe 10/2015, S. M 566

aid infodienst, Hrsg.: Das beste Essen für Kinder. Empfehlungen für die Ernährung von Kindern. Moeker Merkur Druck GmbH & Co. KG, 2. veränderte Auflage 2011, S. 28-29


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