Abnehmen durch Entspannung?

Unter Stress verändert sich das Essverhalten bei vielen Menschen. Viele kennen das.

 

Um sich zum Beispiel von einem stressigen Tag zu erholen, entspannen oder belohnen wir uns mit kalorienreichem Essen. Oder tagsüber wird öfters zum Nervenvorrat gegriffen.

 

Es gibt allerdings auch die Menschen, denen Stress buchstäblich auf den Magen schlägt und die dann kaum noch Essen können. Auch wenn bei mir das Abnehmen bei Stress nicht so häufig vorkommt (sondern eher das Gegenteil ;-) ), weiß ich dass dieser Zustand für die Betroffenen ebenso belastend ist.

 

Grundsätzlich ist Stress erst einmal nicht negativ zu sehen. Er steigert unsere Leistungsfähigkeit, setzt Energie frei und kurbelt den Stoffwechsel an. Schädlich wird Stress, wenn die Belastung dauerhaft anhält und zu einer Überforderung führt. Dieser Zeitpunkt der Überlastung ist allerdings von Mensch zu Mensch recht unterschiedlich. Toleranter gegenüber Stress zu sein, ist zum Teil auch trainierbar.

 

Warum esse ich bei Stress mehr?

 

Bei Stress produziert unser Körper Cortisol. Cortisol stellt uns Energie bereit. Diese Energie wird heutzutage häufig nicht mehr durch Bewegung und Sport abgebaut. Der Körper drosselt deshalb wieder die Zufuhr an Cortisol. Daraufhin fällt der Blutzuckerspiegel stark ab und der typische Heißhunger entsteht.

 

Im Körper ist aber immer noch Cortisol vorhanden und steigert wiederum unseren Appetit. Gemeinerweise nicht nur das, sondern auch die Zunahme von Fett, hauptsächlich im Bauchraum.

 

Weshalb einige Menschen unter Stress zunehmen und andere nicht, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass hier Persönlichkeit und Erziehung eine Rolle spielen. Manche Stressesser haben zum Beispiel in der Kindheit gelernt, durch Süßigkeiten oder Essen allgemein Trost, Beruhigung oder Belohnung zu erhalten.

 

Wie kann ich gegen diesen ungesunden Stresskreislauf anessen?

 

  • regelmäßig über den Tag verteilt essen und trinken
  • nicht während anderer Tätigkeiten essen, sondern bewusst
  • wenn möglich, eine angenehme Ess-Atmosphäre schaffen
  • sich Zeit nehmen
  • die gewohnte Portionsgröße beibehalten und nicht unter Stres erhöhen
  • zum Knabbern bei Nervosität, lieber Gemüsesticks bereithalten (oder andere kalorienärmere Alternativen) oder Kaugummi kauen
  • bei Zeitmangel für zwei Tage kochen oder Reste einfrieren
  • einen Kochplan erstellen und gezielt einkaufen
  • Essen nicht als Ersatz für Kummer oder als Belohnung verwenden
  • ausreichend trinken

 

Unter Stress sollten Sie sich aber auch keine zu starken Verbote auferlegen, die nicht durchgehalten werden können und dann den Heißhunger noch verstärken. Eine überschaubare Menge an Snacks ist in Ordnung. Die eigene Hand ist dafür ein gutes Maß.

 

Gibt es Lebensmittel, die mir bei Stress besonders gut tun?

 

Bei Stress werden tatsächlich sehr viele Vitamine und Mineralstoffe verbraucht. Es gibt deshalb verschiedene Lebensmittelgruppen, die viele der benötigten Nährstoffe enthalten. Es gibt aber nicht das Lebensmittel, bei Stress. Die einzelnen Lebensmittel ergänzen sich in einer gesunden Mischkost.

 

Günstig sind:

 

  • in Maßen Nüsse und Samen für unsere Nerven und Muskeln (enthalten allerdings viele Kalorien)
  • Vollkornprodukte machen langen satt und sind ebenfalls gut für Muskeln und Nerven
  • fettarme Milchprodukte sind bedeutsam für die Hirnfunktion und können bei der Beruhigung helfen
  • Obst und Gemüse sind voller Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen
  • Wasser und ungezuckerte Tees versorgen unseren Körper mit der benötigten Flüssigkeit
  • fetthaltiger Fisch hilft Stress zu reduzieren und kann stimmungsaufhellend wirken


Der Zuckerverzehr sollte lieber eingeschränkt werden. Sonst kommt es zu einem starken Blutzuckeranstieg, mit anschließendem Blutzuckerabfall und letztendlich wieder zu Heißhunger.


Gehören wir also zu den Stressessern wird es unserer Figur schon gut tun, neben der Ernährung und Bewegung für eine ausreichende Portion Entspannung zu sorgen.

Zum Einen sollte man die Stressauslöser reduzieren oder ausschalten, sein Verhalten und seinen eigenen Umgang mit Stress hinterfragen und Tätigkeiten oder Möglichkeiten suchen, um angenehme schöne Gefühle zu förden.

Hier kann jeder am Besten für sich selbst entscheiden, was ihr/ihm Entspannung bringt. Manchmal ist es vielleicht tatsächlich das Essen, wenn es genussvoll zelebriert wird.

Aber bei längerem Nachdenken fallen sicherlich jeder/jedem auch kalorienfreie Entspannungs-und Glücksbringer ein.


Um meine eigenen Stresshormone abzubauen, werde ich nun noch ein wenig vor die Tür gehen und das schöne Herbstwetter genießen. :-)

 

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Quelle:

aid infodienst, Hrsg.: Der Kopf isst mit – Zusammenspiel zwischen Essen und Psyche. Otterbach Medien KG GmbH & Co., Rastatt 2013, S. 40-44


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