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Ich ess dann mal gesünder...

schön, wenn es so einfach wäre. Stimmt`s?

Warum können wir nicht das umfangreiche Wissen, was uns heutzutage seitens der Medien und von Fachkräften geboten wird einfach umsetzen?

Warum hören wir nicht einfach auf den Arzt, der uns die Informationen gibt, was wir besser machen sollten? Warum hören wir nicht auf uns selbst und ernähren uns gesünder? Obwohl wir doch wissen, dass wir uns mit unserem Essverhalten oder Lebensstil manchmal sogar schaden.

Diese Frage stelle auch ich mir immer noch gelegentlich und in früheren Zeiten, vor meiner beruflichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, sogar sehr häufig.

Und das ist übrigens der wichtigste Punkt, der auch mir viel Erkenntnis gebracht hat: Die Auseinandersetzung mit den ungünstigen Gewohnheiten, die wir los werden wollen.

Auf das Essverhalten bezogen, bedeutet dies Selbstbeobachtung: Wann esse ich? In welchen Situationen esse ich? Was esse ich? Und äußerst wichtig: Wie fühle ich mich dabei?  Am Besten sollte diese Bobachtung schriftlich erfolgen.

 

Und dann kannst Du Dich selbst analysieren.

Ist der Grund des Essens wirklicher Hunger oder ist es Appetit, der z.B. durch Düfte oder den Anblick von Essen hervorgerufen wird? Auch die Lebensmittelindustrie gibt sich bezüglich der Zuammensetzung (Die Tüte Chips, bei der man nicht mehr aufhören kann. ;-)) und natürlich der ansprechenden Verpackung und Platzierung von Lebensmitteln alle Mühe unseren Appetit und die Abhängigkeit von bestimmten Lebensmitteln zu fördern.

 

Oder ist es eine Spur komplizierter und es handelt sich um "Gefühlshunger"?

 

Dient das Essen lediglich zur Nahrungsaufnahme würde es uns leicht fallen, unser Gewicht zu halten oder zu reduzieren. Das stelle ich übrigens immer wieder bei Menschen fest, denen tatsächlich ausschließlich mit ausführlichen Ernährungsinformationen geholfen ist.

 

Beim Gefühlshunger oder auch emotionalen Essen ist es allerdings nicht so einfach. Hier sollen durch das Essen andere Bedürfnisse gestillt werden. Essen wird hier fälschlicherweise als Lösung eingesetzt. Dies wird übrigens häufig bereits in der Kindheit gelernt. (z.B. durch das ständige Trösten mit Süßigkeiten)

Essen geht einher mit der Ausschüttung von Botenstoffen in unserem Gehirn, die uns kurzfristig Wohlbefinden schenken.

Der Gefühlshunger ist die hartnäckigste Essgewohnheit.

Die gute Nachricht ist aber, dass störende erlernte Verhaltensweisen (auch die hartnäckigen) wieder neu gelernt werden können. Aber um ein neues und passenderes Verhalten zu erlernen, muss ich mich natürlich erst damit auseinandersetzen, welche wirklichen Gefühle und damit verbundenen Bedürfnisse dahinter liegen.

Dann kann ich attraktive Alternativen entwickeln und regelmäßig anwenden, um mein Verhalten neu zu programmieren. Das dauert je nach Hartnäckigkeit ein wenig.

 

Ich persönlich finde es wichtig und schön, sich (meistens) über sein Essverhalten im Klaren zu sein, die Kontrolle über sein Verhalten zurück zu erlangen und bewusst zu genießen, zu entscheiden und sich Fremdeinflüssen (z.B. der Lebensmittelindustrie) zu entziehen.

 

Probiert es selbst mal aus, es kann sehr spannend und erkenntnisreich werden. ;-)

 

(Bei ernsthaften psychischen Problemen oder Essstörungen ist es natürlich wichtig sich professionelle Hilfe zu suchen!)

 

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