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Das Baby über seine Beikost selbst entscheiden lassen?

Baby-Led Weaning

Dieser Trend kommt aus Großbritannien. Das Baby lenkt dabei den Weg von der reinen Milchernährung zur Familienernährung.

Die typischen Breimahlzeiten werden dabei ausgelassen. Das Baby soll selbst entscheiden und kontrollieren, was und wieviel es isst. Die Eltern haben dabei allerdings in der Hand, welche Lebensmittel sie ihrem Sprössling anbieten.

 

Ist das Baby-led Weaning empfehlenswert?

Es gibt durchaus Vorteile, aber auch Nachteile.

Aus diesem Grund habe ich mich bei meinen Kindern für eine Mischung aus beiden Konzepten entschieden. In diesem Fall müssen Sie sich gar nicht entscheiden was besser ist und können die Vorteile beider Varianten optimal für die Essentwicklung Ihres Babys nutzen. Ich fand die Baby-led Weaning Variante immer sehr vorteilhaft im Bezug auf die Geschmacksprägung meiner Kinder.

(Im Bezug auf die Allergievorbeugung wird ja nach neuesten Erkenntnissen auch nicht mehr empfohlen den Kontakt des Kindes mit kritischen Lebensmitteln im erstem Jahr zu meiden. Im Gegenteil, es soll sogar eine langsame Gewöhnung statt finden.)

 

Das Baby-led Weaning hat folgende Vorteile:

 

  • die frühe Teilnahme an den Familienmahlzeiten wird gefördert
  • Ihr Baby bekommt eine größere Vielfalt an Geschmäckern und Aromen geboten -> gut für die Geschmacksprägung
  • Sie selbst bekommen einen zusätzlichen Anreiz, sich über eine gesunde Ernährung für die gesamte Familie Gedanken zu machen

 

Durch die üblichen Breimahlzeiten die trotzdem gefüttert werden, schließen Sie folgende Lücken:

 

  • evtl. mangelnde Energie- und Nährstoffzufuhr (hier fehlen bisher Studien zum Baby-led Weaning)
  • schwierig zu realisierende Eisenzufuhr
  • Ausgleich einer evtl. nicht immer gesunden Familienernährung
  • Kinder mit motorischen Beeinträchtigungen oder Entwicklungsverzögerungen, die Schwierigeiten haben selbstständig zu essen, können das Baby-led Weaning Konzept nur schwer nutzen

 

Bei der Vereinigung von bewährter Breifütterung und zahlreichen Gelegenheiten des Ausprobierens, kann Ihr Kind von beidem optimal profitieren.

 

Den empfohlenen Beikostplan finden Sie übrigens hier, mit zusätzlicher interessanter App.

 

Was sollten/können Sie beim selbstständigen Ausprobieren Ihres Babys beachten?

  • Bieten Sie gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel an. Hier kann Ihr Kind dann aus möglichst natürlichen Zutaten das Richtige für sich wählen. Verzichten Sie auf Zucker, Fertiggerichte sowie Honig und rohe tierische Lebensmittel. Diese Lebensmittel können den Geschmackssinn Ihres Babys manipulieren, sind meist ungesund und können im letzten Fall keimbelastet sein.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht zu satt, aber ausgeruht bei den Mahlzeiten dabei sein. Es kann sich so gut auf dieses "Spiel" einlassen.
  • Ihr Baby sollte aufrecht sitzen und Arme und Beine frei bewegen können.
  • Die Speisen sollten leicht in die Hand zu nehmen sein. Z.B. ein Stück weiches Obst oder Gemüse, Hackfleisch, Kartoffeln oder Nudeln.
  • Vermeiden Sie kleine harte Lebensmittel, wegen der Verschluckungsgefahr.
  • Lassen Sie das Baby nicht alleine mit den Lebensmitteln.
  • Achten Sie darauf, dass Geschwister keine gefährlichen anderen Dinge in den Mund des Babys stecken. ;-)
  • Bieten Sie von Anfang an ein Getränk (am besten Wasser) zu den Mahlzeiten an.
  • Gestalten Sie das Essen farblich und geschmacklich abwechslungsreich.

 

Viel Spaß dabei!

Britta Kammertöns

Genutzte Quellen und interessant zum Weiterlesen:

Alexy, Ute; Hilbig, Annett: Die beste Ernährung fürs Baby und Kleinkind. München 2014

aid infodienst und Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.): Allergierisiko? So können Eltern vorbeugen. Bonn 2009

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